Digitales Quartett #63: Lokaljournalismus – Königsdisziplin oder Abgesang?

Tote-KuhMit seinem köstlich-satirischen Buch “Die tote Kuh kommt morgen rein” (2013, Scherz-Verlag) spießte Lokalreporter Ralf Heimann Schmonzetten, Stilblüten und alltägliche Kleinkorruption bei der Lokalpostille im fiktiven Kaff Borkendorf im Münsterland auf. Doch Borkendorf ist überall, wie Heimanns mit externen Zuschriften prall gefülltes Tumblr-Blog Wir schicken wen beweist. Und Borkendorf wird wohl auch immer so bleiben, wie es ist, auch wenn sich die digitale Medienwelt rundherum im Aufbruch befindet, fürchtet Heimann. Deshalb will er jetzt  nach zehn Jahren als Lokaljournalist, davon die letzten sieben bei der “Münsterschen Zeitung”, etwas ganz anderes machen. Den Weg dahin hält er in seinem neuen Blog Operation Harakiri fest. Weiterlesen →

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Linktipps vom Pazifik: Netzneutralität, Suchneutralität

Google Suchergebnisse

Killing Net Neutrality Helps Underdogs Succeed

Die vereinfachende Überschrift tut diesem interessanten Meinungsbeitrag bei Wired Unrecht: Autor Berin Szoka argumentiert nicht gegen die Netzneutralität, sondern dagegen, Monopolstrukturen nur bei Telefonriesen wie AT&T zu vermuten oder bei den Kabelnetzgiganten Comcast oder Time-Warner (von den sich der erste jetzt den zweiten einverleiben will). Auch Underdogs oder Newcomer auf diesem Markt haben eine gewaltige Marktmacht, betont Szoka: Apple diktierte bei Auslieferung des ersten iPhone die Bedingungen für seinen Exklusivdeal mit Providern in mehreren Ländern. Und Netflix, nicht Time-Warner, so Szoka, habe für Time-Warner-Kunden die Streaming-Kapazität für Netflix-Videos absichtlich gedrosselt, um sie zur Kündigung ihres Netz- und Kabel-TV-Paket-Vertrags zu motivieren. Weiterlesen →

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Linktipps vom Pazifik: Angriff der mobilen Rivalen

disruption

7 great companies that really should not exist

Nick Gregg, Chef der Technologieberatungsfirma StrategyEye beschreibt bei Venturebeat anhand von sieben klug gewählten Beispielen, warum es Unternehmen wie Instagram, AirBnB oder Snapchat eigentlich gar nicht geben dürfte, weil Flick, Expedia und Facebook den Markt für ihre jeweiligen Anwendungen längst dominierten. Warum haben sie dennoch den Durchbruch geschafft? “Because they get young people. Because they get smartphones. Because they get that, in a visually-driven web, their apps and sites need to look good. They get that their customers want brands to be more human.” Weiterlesen →

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Digitales Quartett: (Social) Media Ereignis Super Bowl

Reden wir nicht um den heißen Brei herum: Die Seattle Seahawks haben die Denver Broncos beim gestrigen Superbowl in Grund und Boden gerannt. Ihren Star Peyton Manning beschämt. Eine ganze Reihe von Rekorden aufgestellt. Arrogante Kommentatoren von der Ostküste zum Schweigen gebracht. Und das Endergebnis von 43 : 8 spiegelt noch nicht einmal die wahre Überlegenheit der Seahawks wider. (Das ganze Spiel in 6 Minuten gibt es  hier. Und sorry, journalistische Neutralität ist von dieser Seite heute nicht zu erwarten.) Weiterlesen →

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Linktipps vom Pazifik: Lagerfeuer Super Bowl

super bowl football
Super Bowl Underscores the Big Business of Must-See, Live TV

David Carr beschreibt in der New York Times, warum einmal im Jahr – nicht in der Oscar-Nacht, nicht bei den Golden Globes, nicht bei den Grammys, sondern nur beim Super Bowl – Twitter und Facebook gegenüber dem ansonsten arg geschrumpften linearen Fernsehen zu einer Nebensache degradiert werden: “There is, even in an age of individualized media cocoons, a deep hunger for a common experience and all the ritual that accompanies it. At our house, it is the one day a year when we buy a big bucket of KFC, snark on the halftime entertainment — we are looking at you, Bruno Mars and the Red Hot Chili Peppers — and watch the same thing together at the same time. Yes, my daughters will be pecking at their phones and I will pipe up on Twitter, but for one night, the game itself is the thing.” Weiterlesen →

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Neue iPad App will Scheu vor Datenjournalismus nehmen

ABZV Datenjournalismus

Fast fünf Jahre nachdem der Guardian mit seiner damals bahnbrechenden datenjournalistischen Aufbereitung des Spesenskandals der britischen Unterhausabgeordneten die Ära des modernen Datenjournalismus einläutete (dessen Merkmale: digital, interaktiv, offene Quellen, offene Recherche, Daten in öffentlicher Domain) herrscht in vielen journalistischen Redaktionen noch immer Unklarheit, ob und wie Datenjournalismus eingesetzt werden kann und sollte. Können wir uns das leisten? Ist das nicht viel zu aufwändig? Und wie fängt man damit überhaupt an? Über diese Fragen sind vor allem kleinere Redaktionen mit wenig Ressourcen noch kaum hinaus gekommen. (Das ist in Großbritannien allerdings auch nicht so viel anders, wie dieser Beitrag bei journalism.co.uk zeigt.) Weiterlesen →

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Linktipps vom Pazifik: Die Renaissance der Reportage ist mobil

Auf dem Bildschirm lesen
Sit Back, Relax, and Read That Long Story—on Your Phone

Eine der besten Reportagen, die Buzzfeed jemals veröffentlicht hat, ist die fantastische Geschichte von Drew Philp, der für 500 Dollar eine Bruchbude in Detroit kaufte, renovierte und nun darin wohnt. Der 6000 Worte lange Essay (ja, so etwas gibt es bei Buzzfeed!) wurde innerhalb von zwei Wochen rund eine Million mal aufgerufen. Erstaunlich: Knapp die Hälfte der Aufrufe waren mobil, wobei sich Smartphone-Nutzer (nicht zu verwechseln mit  Tablet-Nutzern!) durchschnittlich 25 Minuten lang mit Drew Philips Geschichte beschäftigten. Mit dieser Renaissance der Reportage im mobilen Zeitalter befasst sich Megan Garber in einem Beitrag bei The Atlantic (s. Überschriftenlink). Weiterlesen →

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Jetzt bewerben: Mit einem Journalismus-Fellowship in die USA oder nach Kanada


travel USA CanadaIn einer Zeitungsredaktion in Toronto arbeiten? Aus Chicago berichten? Im Silicon Valley an einem Innovationsprojekt arbeiten? Journalismus-Stipendien von internationalen Organisationen machen es möglich. Doch Interessenten müssen sich beeilen: Anfang bis Mitte Februar ist bei vielen renommierten Programmen Bewerbungsschluss. Weiterlesen →

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Selfies von Van Gogh bis heute

Selfie

Selfies wurden vom Oxford English Dictionary 2013 nicht nur in den offiziellen Wortschatz aufgenommen, sondern auch zum Wort des Jahres erklärt. Doch die Portraits in allen erdenklichen Lebenslagen gibt es es nicht erst seit der Erfindung der front-facing Kamera, wie diese Grafik beim Marketo Blog zeigt: Weiterlesen →

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Linktipps vom Pazifik: personalisierte Empfehlungsmaschinen

Netflix title generator

Circa wants to be a mobile wire service for breaking news — one that learns what you know

Personalisierte Empfehlungsmaschine 1: Einer der radikaleren neuen journalistischen Ansätze ist das von Cheezburger Network CEO Ben Huh gestartete Circa. Das Angebot existiert nur als App und überlässt es den individuellen Nutzern, ob nur das Neueste zu einem Thema oder auch Hintergrundgeschichten und Zusammenhänge angezeigt werden sollen. Weil das System lernfähig ist, kann es nach einiger Zeit seinen Nutzern personalisierte Angebote zu ihren Wunschthemen auf ihr Handy schicken. Und nebenbei auch das Problem nicht verifizierter Quellen aus dem sozialen Netz lösen, glaubt Matthew Ingram bei GigaOm. Denn Nutzer, so die Option, könnten selbst einstellen, welchen Grad an institutioneller Glaubwürdigkeit sie bei ihrem Nachrichtenkonsum für notwendig halten. Weiterlesen →

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Jetzt bewerben: Mit einem Journalismus-Fellowship in die USA oder nach Kanada


travel USA CanadaIn einer Zeitungsredaktion in Toronto arbeiten? Aus Chicago berichten? Im Silicon Valley an einem Innovationsprojekt arbeiten? Journalismus-Stipendien von internationalen Organisationen machen es möglich. Doch Interessenten müssen sich beeilen: Anfang bis Mitte Februar ist bei vielen renommierten Programmen Bewerbungsschluss. Weiterlesen →

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Die bessere Kommentarkultur: St


Kommentare

 

Die Kommentarspalten auf Medienwebsites sind eine für alle Beteiligten oft frustrierende Angelegenheit: Für Journalisten (Autoren und Redakteure), die angesichts des abgesonderten Unrats zunehmend resignieren und die Kommentarfunktion auf ihren Seiten am liebsten abgeschafft sehen würden. Für Nutzer, die sich von prolligen Kommentaren abgestoßen führen. Und natürlich für alle an einer ernsthaften und niveauvollen Debatte interessierten Kommentatoren, die nicht einsehen mögen, dass sie wertvolle Zeit in einen intelligenten Kommentar investieren sollen, der zwischen vielen üblen, banalen oder langatmigen Äußerungen einfach untergeht.

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Bertha, die twitternde Tunnelbohrmaschine


In Seattle wird eine scheußliche Stelzenautobahn durch einen Tunnel ersetzt. Bis 2019 ist wegen der Großbaustelle mit Staus zu rechnen. Doch viele Seattleites freuen sich über die Ankunft von Bertha, der weltgrößten Tunnelbohrmaschine. Bertha ist aufregend. Und sie steht im Mittelpunkt einer geschickten Social-Media-Strategie.

Bertha

 

Das ist Bertha. Sie ist 100 Meter lang, fünf Stockwerke hoch und wiegt 70 Tonnen. Sie mag Erde, Kies und perfekt geformte Betonringe. Sonnenlicht mag sie nicht. Sie ist etwas erschöpft von ihrer zweiwöchigen und 8000 Kilometer langen Reise aus Osaka in Japan. Und sie freut sich auf die Special Drinks, die eigens für ihre Willkommensfeier gemixt werden. Woher ich das alles über Bertha weiß? Weil ich ihr bei Twitter folge. Und deshalb weiß ich auch, dass sie ein bisschen eitel ist:

… und bereits im regen Austausch mit der Space Needle steht, dem etablierten Wahrzeichen von Seattle:

 

Über mangelnde Aufmerksamkeit braucht sich Bertha also nicht zu beklagen. Sie hat außer der Space Needle und mir noch rund 2000 weitere Twitter-Follower, ein offizielles Fotoalbum bei Flickr und ein fangeneriertes Album bei Google+.

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Social Media f

Nach neun Monaten Abwesenheit tat es richtig gut, mal wieder unter Kollegen und Freunden in Deutschland zu sein – wenn auch diesmal nur für neun kalte Februartage. Hier sind die Materialien dazu.

1. Ein Foliensatz, den ich bei einem zweitägigen Social Media Seminar an der Axel Springer Akademie in Berlin verwendet habe. Da mein letztes Seminar zu diesem Thema neun Monate zurücklag und sich die Social Media Welt so rasant schnell weiterentwickelt, sind fast alle Folien neu. Es geht diesmal z.B. auch um Storify und Vine und was man damit im Journalismus machen kann:

2. Ein weiterer Foliensatz zu meinem 15minütigen Vortrag bei der sehr interessanten Local Web Conference in Nürnberg. Ich habe darin fünf Strategien für lokale Medien vorgestellt, mit denen in den USA und Kanada erfolgreich experimentiert wird:

1. Local only!
2. Nutzerengagement und Community-Aufbau
3. Ortsbasierte Daten und Karten
4. Kooperationen
5. Geschäftsmodelle im Netzwerk

Wer sich für dieses Thema interessiert, sollte sich dazu auch das folgende Video anschauen, denn mein Vortrag wurde mitgefilmt:

Zum Thema lokale Relevanz gebe ich am 16. Mai außerdem einen Workshop beim forum journalismus und medien wien (fjum). Informationen und Anmeldung hier.

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Wie Journalisten mit B

Gastbeitrag von

Verlagssuche, Listungsgebühr, Druckkostenzuschuss: Solche Begriffe können Journalisten davon abschrecken, endlich das lang gehegte Buchprojekt anzugehen. Eine Alternative ist die Print-on-Demand-Plattform Blurb*. Dort haben Autoren keine Investitionskosten und können Verkaufspreis und Gewinnspanne selbst bestimmen. Geld verdienen mit Print-on-Demand: Ich habe es ausprobiert.

Ob es um eine Sammlung der besten Reportagen geht, einen Blick hinter die Kulissen des eigenen Fachgebiets, illustrierte Erklärbücher oder Fotobände – die meisten Journalisten haben wohl schon einmal mit dem Gedanken gespielt, ein Buch herauszugeben. Schön wäre es, wenn dabei am Ende auch noch ein paar Euro Verdienst herausspringen. Weiterlesen →

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“Eine Crowd um sich versammeln” – Interview mit Sebastian Esser zum Start der Plattform Krautreporter

Seit über vier Jahren können amerikanische Journalisten bei Spot.us finanzielle Unterstützer für eigene Projekte suchen. In Deutschland sind erste journalistische Projekte wie berlinfolgen und Eine neue Version ist verfügbar über Startnext erfolgreich finanziert worden. Aber eine eigene Plattform für Journalismus-Crowdfunding gab es nicht. Bis jetzt. Gemeinsam mit Wendelin Hübner startet der Berliner Journalist Sebastian Esser am heutigen Dienstag die neue Plattform Krautreporter. Zur Intention von Krautreporter und wie man als Journalist Crowdfunding einsetzen kann, hat mir Sebastian ein Interview gegeben.* Weiterlesen →

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Geld verdienen im Netz – Seminarfolien f

Das Leben für freie Journalisten wird immer härter. Allerdings auch vielfältiger, wenn man sich im sozialen Netz und auf neuen digitalen Plattformen zu vermarkten weiß. Zu diesen Themen habe ich Ende März 2012 in mehreren deutschen Städten Seminare gegeben:

  • Akademie für Publizistik, Hamburg, 26. und 27. März
  • Bayerischer Journalistenverband, München, 28. März
  • Journalistenverband NRW, Düsseldorf, 30. März

Der Foliensatz für den Zweitages-Workshop in Hamburg ist der umfangreichste. Er steht deshalb allen Pokies Teilnehmern melissa joan hart pokies auch der übrigen Seminare und natürlich auch meinen anderen Bloglesern zur Verfügung. Da ich ein halbes Jahr lang keinen Workshop mehr gegeben habe, ist diesmal circa die Hälfte aller Folien neu. Die Dateimenge ist gewaltig, deshalb habe ich den Foliensatz in vier Teile unterteilt. Sie können unter diesem Link angesehen und heruntergeladen werden.

Verbreiten der Folien, gerne – bitte Namensnennung und einen Link auf diesen Beitrag und/oder mein Slideshare-Konto nicht vergessen.

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